Spruchreifes, Widersprüchliches und ausgesprochener Unsinn
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Die Lesart ist zu lang.
Verschieden Lesarten gabs schon immer. Aber verschieden lange?
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… dann müssen wir halt in die Front ziehen.
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Über diesen Spagat kommen wir nicht hinaus …
Irgendwann ist eben Schluss. Auch mit den längsten Beinen …
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… dann holen wir den Stock raus und fangen an zu schießen …
Schon klasse, diese Multifunktionstools … James Bond lässt grüßen!
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Einen Haken möchte ich noch zu bedenken geben …
Wahrscheinlich denjenigen, welchen der Verursacher dieses Ausspruchs soeben gedanklich geschlagen hat. Hauptsache, die Sache hat einen.
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Das muss über andere Wege eingetütet werden …
Wie denn? Nicht durch die Öffnung der Tüte? Vielleicht schneiden wir einfach unten einen Zipfel ab und füllen die Tüte dadurch. Hauptsache das fällt uns dann nicht auf die Füße …
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Die Themen schwappen relativ ungefiltert auf uns herein …
Oje, was ist das denn nun wieder? Es „schwappt ungefiltert“ – klingt nach dreckiger Brühe. Relativ, jedenfalls. Und dann auch noch „auf uns herein“, statt „zu uns rüber“. Alles Gute kommt eben doch von oben!
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Wenn die Lücke aber heute nun mal nicht da ist, dann können wir sie doch schließen!
Wir schließen die nicht vorhandene Lücke? Sowas nennt man proaktiv, oder?
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Wir können uns doch nicht unterjubeln lassen!
Wie bitte? Wem denn? Und warum überhaupt? Im Ernst: Was war hier wohl gemeint? Jemanden etwas unterjubeln bedeutet umgangssprachlich laut Redensarten-Index [2] „jemanden etwas unterschieben / anlasten / heimlich zustecken“. So sollen wir uns also nicht heimlich jemand anderem unterschieben lassen? Vielleicht war ja „unterbuttern“ gemeint?
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Sie brauchen doch aber einen roten Faden, an den Sie sich klammern können, kurz bevor Sie untergehen …
Hoffentlich ist er nicht aus Seide – der Faden. Er reißt sonst so schnell … Andererseits: Rot ist eine Signalfarbe, könnte also hilfreich sein … Aber zur Sache: Der „rote Faden“ geht tatsächlich auf Goethe zurück. Zumindest ist dies dem einschlägigen Wikipedia-Artikel [1] zu entnehmen.
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Da habe ich mich weit aus dem Fenster gelegt …
Oh oh, riskantes Manöver. Aber wenn es nicht reicht, sich nur hinauszulehnen … bitte schön.
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Wir haben mehrfach darauf gebeten, dass …
Beten statt hinweisen.
